Klinik Oberammergau
Zentrum für Rheumatologie, Orthopädie und Schmerztherapie
 
 
 
 

50 JAHRE KOMPETENZ - DIE WALDBURG-ZEIL KLINIK IN OBERAMMERGAU FEIERT JUBILÄUM

Für ein schmerzfreies Leben gegen Rheuma: 50 Jahre Waldburg-Zeil Klinik

Oberammergau - Die Waldburg-Zeil Klinik in Oberammergau ist als Zentrum für Rheumatologie, Orthopädie und Schmerztherapie international bekannt. Eingebettet in die traumhafte Landschaft der Ammergauer Alpen werden die Patienten hier seit 50 Jah ren fachkundig betreut. Die Chefärzte Dr. Martin Arbogast und Dr. Peter Keysser lassen die Zeit Revue passieren, berichten über ihre Arbeit und nehmen uns mit in den Klinikalltag.

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Dr. Martin Arbogast ist seit 2003 Chefarzt der Abteilung für Rheumaorthopädie und Handchirurgie. Nach seinem Humanmedizinstudium promoviert er 1988 am WHO-Zentrum für Rheumapathologie in Mainz und vertieft anschließend vier Jahre lang sein Wissen der klinischen Rheumatologie am Rheumazentrum in Oberammergau. „Als Assistenzarzt von Dr. Hans-Jürgen Albrecht in der internistischen Rheumatologie und unter der Anleitung von Dr. Bernd Breher in der operativen orthopädischen Rheumatologie habe ich die Facetten der gesamten Rheumatologie kennengelernt. Um meine Kenntnisse in der Rheumahandchirurgie zu erweitern, war ich anschließend bei Prof. Peter Hausmann in Baden-Baden sowie von 1993 bis 1997 Assistenzarzt und Funktionsoberarzt für Orthopädie bei Prof. Dr. Rüdiger Hepp, ebenfalls in Baden-Baden. 1997 habe ich meinen Facharzt für Orthopädie abgeschlossen, im selben Jahr wurde mir die Stelle als Leitender Oberarzt in Oberammergau angeboten – ich hatte genau zwei Tage Zeit, um mich zu entscheiden. Zu dieser Zeit war ich flexibel und bin nach Oberammergau zurückgekehrt. Seitdem möchte ich keinen Tag hier missen. Oft sind es die kurzen Momente im Leben, die einen auf den richtigen Weg bringen“, schmunzelt Dr. Arbogast.  
  
„Die Klinik wurde 1971 zunächst als Reha-Klinik gegründet, die Akutbetten (Betten für Notfälle) wurden im Anschluss ergänzt, jedoch waren die Behandlungen nur internistisch geprägt, also die innere Medizin betreffend. 1988 wurden die operative Abteilung und das Rheumazentrum implementiert. Die Klinik ist über die Jahre gewachsen und vereint mittlerweile drei Abteilungen im Akutbereich und eine Abteilung für Rehabilitation im Verbund mit dem Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch- Partenkirchen. In den drei Ambulanzen behandeln wir ca. 6.000 Patienten und führen etwa 1.200 Operationen pro Jahr durch.“  
  

Internationales Fachwissen

  
  
Dr. Martin Arbogast ist Mitglied in zahlreichen Fachverbänden, bei welchen er selbst Publikationen veröffentlicht und Vorträge hält: „Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist zum Beispiel eine medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft im Bereich der Rheumatologie. Bei den Kongressen findet ein reger Austausch der Experten statt und man gewinnt selbst stets neuen Input. Eine besondere Ehre war für mich die Ernennung zum Präsidenten des Deutschen Rheumatologiekongresses 2020 in München. Es freut mich sehr, dass ich als anerkannter Spezialist gern gesehen bin. International hospitiere ich jährlich als Gastprofessor im Norden Chinas an den Universitäten in Daqing und Datong.“  
  

Rheuma hat viele Gesichter

  
  
In Deutschland leiden ca. zwei Prozent der Bevölkerung an Rheuma. Der Begriff „Rheuma“ beschreibt eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, die hauptsächlich Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat verursachen. Knochen, Sehnen, Muskeln und das Bindegewebe können neben den Gelenken ebenso betroffen sein. „Der Auslöser von Rheuma ist unbekannt, es ist ein genetisches Zusammenspiel. Gegen zelleigenes Gewebe werden Entzündungen gebildet, die säurehaltige Flüssigkeit greift den Knorpel an und zerstört diesen und die Sehnen“, erklärt Dr. Arbogast.   
  
„Über längere Zeit werden die Strukturen unwiederbringlich zerstört. Das Problem ist, dass die Diagnostik oft sehr lange braucht, weil es über 400 verschiedene Erkrankungen dieser Art gibt. Manchmal gleicht es einem Puzzle, weil manche Erkrankungen mit Symptomen anfangen, die sich nicht sofort zuordnen lassen. Unser Ziel ist es, die Gelenke zu erhalten und ein lebenswertes, schmerzarmes Leben zu gewährleisten. Hierfür gibt es die beiden Methoden ‚Hit hart and early‘ – die Krankheit schnell und mit allen Mitteln angehen und ‚Treat-totarget‘ – die gezielte Therapie mit Medikamenten und Operationen, um den Krankheitsverlauf in Remission zu bringen.“  
  

Erfolgreiche Patientenbetreuung von Kindesbeinen an

  
  
Die Klinik in Oberammergau übernimmt von der Schulter bis zum Fuß sämtliche Operationen, ausgenommen der Wirbelsäule. „Viele Eingriffe lassen sich minimalinvasiv, also mit einer möglichst kleinen Einschnittstelle durchführen“, berichtet Dr. Arbogast weiter. „Nachdem Rheumapatienten bis zu 30 Mal operiert werden müssen, benötigen wir spezielle regionale Anästhesietechniken. Vollnarkosen versuchen wir weitestgehend zu vermeiden, um die Patienten zu schonen. Das Besondere an unserer Klinik ist, dass wir Patienten ab dem Kindesalter bis zu ihrem Lebensende als Erwachsener behandeln können. Nur wenige Kliniken in Deutschland bieten dies an. Der Vorteil ist, dass wir Kinder auch im Erwachsenenalter weiterhin begleiten können und ihren Krankheitsverlauf kennen. Sie müssen ihre Ärzte nicht wechseln und vertrauen uns.“  
  
Der Chefarzt freut sich besonders über Patienten, die er im Kindesalter behandelt hat und die heute ein glückliches Leben führen können. „Wenn wir junge Leute endoprothetisch behandeln und sie sich auch im Erwachsenenalter noch problemlos bewegen können, ohne dass sich das Implantat gelockert hat, stimmt uns das sehr positiv.“  
  
Die Waldburg-Zeil Klinik ist auch international hoch angesehen. „Zu uns kommen Patienten aus der gesamten EU sowie aus dem mittleren Osten. Wir haben hier eine bunt gemischte Klientel. Oft werden bei uns Zweitmeinungen eingeholt. Die Klinik ist rundum auf alle Bedürfnisse eingestellt, um ein Optimum an Therapie an einem Ort bieten zu können. Zugute kommt uns der Standort, denn Bewegung ist sehr wichtig, damit betroffene Gelenke gezielt beübt werden können und mit dem Muskelaufbau die Selbstständigkeit beibehalten werden kann. Als Sommer- und Wintersport-gebiet haben wir hier ganzjährig die besten Voraussetzungen."  
  

Beruf ist Berufung

  
  
Dr. Martin Arbogast, der bisher über 250 Vorträge gehalten und über 25.000 Operationen durchgeführt hat, fühlt sich besonders geehrt durch die Auszeichnung des FOCUS-Magazins, welches jährlich die besten Ärzte und Kliniken Deutschlands ermittelt. „Seit vier Jahren erhalte ich diese Auszeichnung kontinuierlich. Das gefällt mir, weil es eine Bestätigung für meine Arbeit ist, die man sich erarbeiten muss und nicht erkaufen kann – es ist ein persönlicher Ansporn. In der Rheumatologie stellen einen die individuellen Verlaufsformen ständig vor neue Herausforderungen, die Medizin bleibt niemals stehen, das ist das Schöne an ihr. Ich mache meine Arbeit mit Herzblut, sie ist kein Beruf, sondern eine Berufung für mich.“ Nicht nur die Arbeit, sondern das gesamte Umfeld zeichnen die Klinik in Oberammergau aus.   
  
„Die Wertschätzung, die man hier erhält, gibt es selten. Unser Team harmoniert sehr gut, wir haben kaum Personalfluktuation – das spüren die Patienten und fühlen sich wohl.“ Der sympathische Chefarzt äußert seine Vorstellungen für die Zukunft: „Was ich mir für meine Abteilung – mein ‚Baby‘ – wünsche ist, dass es qualitativ hochwertig weitergeht, auch mit künftigen Innovationen, z.B. im knorpelregenerativen Bereich. Die von mir ausgebildeten Kollegen sollen das Gelernte weiterwachsen lassen. Die Arbeit, die hier gemacht wird, soll auf wissenschaftlichem Niveau Anerkennung finden. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch in der Zufriedenheit der Patienten, die immer im Mittelpunkt stehen.“  
  

Familiär und beständig

  
  
Dr. Peter Keysser ist Chefarzt der Abteilung für Rehabilitation, Orthopädie und Rheumatologie und seit 21 Jahren im Unternehmen. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie stammt ursprünglich aus Hessen. „Während meines Studiums habe ich in Murnau meine Frau kennengelernt und mich damals nicht nur in sie, sondern auch die Gegend hier verliebt“, lächelt Dr. Keysser. „Nach meiner Facharztausbildung kam ich zum ersten Januar 2000 zur Waldburg-Zeil Klinik nach Bad Wurzach, die damals ‚Universitäts-Rehabilitationsklinik‘ hieß. Ich wollte immer Orthopäde werden und kam durch einen Zufall dorthin in die Reha-Abteilung. Eigentlich sollte es nur eine Zwischenetappe werden, jedoch haben mich die Reha Wissenschaften so sehr fasziniert, dass ich geblieben bin. Es ist faszinierend, wie aus einer kleinen Moorwanne in Isny ein großes Unternehmen mit 3.100 Mitarbeitern und 12 Kliniken an neun Standorten geworden ist. Auch heute noch befindet sich alles in Familienbesitz, und diese familiäre Atmosphäre ist überall zu spüren. Es gibt nur wenige Fachkliniken, die bereits so lange bestehen und einen exzellenten Ruf haben.“  
  

Top-Diagnose: Ultraschall

  
  
Seit Mai 2005 ist der Chefarzt in Oberammergau und leitet den mit 181 Betten größten Bereich der Klinik. „Zu meinen Aufgabenbereichen zählen die physikalische Therapie, Sozialmedizin, Chirotherapie und Sportmedizin. Weiterhin bin ich Osteologe und Ausbildungsleiter für Ultraschall am Bewegungsapparat. Mit dem Betätigungsfeld des Ultraschalls bin ich seit meiner Zeit als Student befasst und mittlerweile seit Jahrzehnten tätig. Über die ‚Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)‘ gebe ich Kurse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir haben hier top Verhältnisse im Vortragsbereich und modernste Geräte. Es gibt klare Vorgaben für die Weiterbildungen – ähnlich wie bei der Führerscheinausbildung muss man sie theoretisch und praktisch verstehen und umsetzen können. Mir gefällt die überregionale Zusammenarbeit und die Kombination aus medizinischer Verantwortung und Leitungsverantwortung. Früher kamen mir meine Chefs immer alt vor, mittlerweile sind die Teilnehmer im Alter meiner Söhne“, lacht Dr. Keysser.  
  
Der Facharzt unterstützt nebenbei sportliche Projekte wie „Mein Berglauf.de“, Events und führt selbst Touren durch das Tal unter dem Motto „Gesund wandern“. Außerdem ist er privat sehr aktiv: „Ich fahre zwei Mal die Woche von Seehausen hierher mit dem Rad, spiele Tennis, gehe gerne Touren und tauchen.“ Der tägliche Umgang mit seinen Patienten stimmt Dr. Keysser nachdenklich. „Ich habe so oft mit schlimmen Schicksalen zu tun, bei denen einem bewusst wird, worüber man selbst eigentlich jammert – man wird dann schnell wieder dankbar für seine eigene Gesundheit. Allgemein bin ich sehr glücklich, denn beruflich und privat ist hier der perfekte Ort für mich.“  
  

Gefeiert wird im nächsten Jahr

  
  
Zum 50-jährigen Jubiläum der Waldburg-Zeil Klinik wäre diesen Sommer eigentlich ein großes Fest geplant gewesen, welches coronabedingt leider ausfallen musste. „Die Feier wird auf jeden Fall im nächsten Jahr nachgeholt, eine eigene Festkommission aus Mitarbeitern plant diese Veranstaltung, die ein ‚Tag der offenen Tür‘ mit Rahmenprogramm sein wird.“ In diesem Sinne – alles Gute zum Jubiläum und herzlichen Dank an Dr. Arbogast und Dr. Keysser für die spannenden Einblicke in ihren Klinikalltag!  
  
Alexandra Sichart  
  
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Artikel aus Melange, Ausgabe NO19 2021; PDF-Version ca. 2 MG 
  
  
  
  
  
  
Veröffentlicht am: 07.10.2021  /  News-Bereich: Die Presse über uns
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