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FRÜHE DIAGNOSE BEUGT FOLGESCHÄDEN VOR

Wir wollen noch schneller werden

Oberammergau - Die Siegener Zeitung aus Nordrhein-Westfalen berichtet über ein Interview mit Dr. Diethard Kaufmann, Chefarzt der Abteilung für Internistische Rheumatologie in der Klinik Oberammergau. Unbehandelt führt die Krankheit zu Behinderung des Patienten, zu Arbeitszeit-Ausfällen und womöglich Arbeitsunfähigkeit. 
Der Welt-Rheuma-Tag möchtedie Öffentlichkeit für die Formen von Rheuma sensibilisieren. Der Begriff„Rheuma“ stammt aus dem Altgriechischenund bedeutet soviel wie „Strömung, Fluss“. Das beschreibt recht anschaulichdie fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen, die mit Rheuma inZusammenhang gebracht werden.Sie ist keine Zivilisationskrankheit, wie man meinen könnte. Rheuma gab es schon immer. Knochenuntersuchungen von Mumien legen nahe, dass schon die alten Ägypter die Krankheit kannten. Dabei ist der Formenkreis von Rheuma ein weites Feld, wie Dr. Diethard Kaufmann, Chefarzt der Abteilung für Internistische Rheumatologie an der Klinik Oberammergau, im Gespräch mit der Siegener Zeitung erklärt.   
  
 
Tückisch sind die entzündlichen Formen des rReumas  
  
Das Zentrum für Internistische Rheumatologie, Orthopädie und Schmerztherapie gehört zu den Waldburg-Zeil-Kliniken und ist unter anderem auf die Behandlung von Rheuma-Patienten spezialisiert. „Generell können wir zwischen Verschleiß-Rheuma und entzündlichen Rheuma-Erkrankungen unterscheiden“, berichtet Dr. Kaufmann, der in Hillmicke aufgewachsen ist und sein Abitur am Städtischen Gymnasium in Olpe „baute“. „Verschleiß-Rheuma, dazu zählt zum Beispiel die Arthrose, betrifft in erster Linie ältere Menschen, die entzündlichen Rheuma-Formen hingegen können alle Altersgruppen betreffen, auch Kinder.“ Bei der Rheumatoiden Arthritis handele es sich um eine Autoimmunerkrankung, also um eine Überrreaktion des Immunsystems. „Die entzündlichen Rheuma-Formen sind tückisch, denn sie können nicht nur die Gelenke, sondern auch die Organe betreffen“, unterstreicht der Mediziner.   
  
Woran können Betroffene erkennen, dass sie möglicherweise am Beginn einer Rheuma-Erkrankung stehen? „Wir sprechen da von einer Trias“, holt Kaufmann aus. „Den Arzt sollte unbedingt aufsuchen, wer unter Gelenkschmerzen leidet, an morgendlicher Gelenksteifigkeit – auch Morgensteifigkeit genannt – und an Gelenkschwellungen mit Schmerzen.“ Besonders betroffen sind demnach die Hände. So können die Finger morgens über eine Stunde steif bleiben, und an den Fingergrundgelenken (Knöcheln) treten die typischen Schwellungen auf – höchste Zeit, einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen. „Denn jede verstrichene Woche, in 
der nicht behandelt wird, ist eine verlorene Woche“, so Kaufmann weiter. „Je früher man mit den Beschwerden zum Arzt geht, desto besser ist es“, schildert der Chefarzt: „Rheuma schädigt die Gelenke. Der Knorpel baut sich ab, im Knochen entstehen Löcher.“ Die Medizin 
könne diesen degenerativen und leider irreversiblen Prozess durch geeignete immundämpfende Medikamente aber stoppen und damit Folgeschäden vermeiden.   
  
 
Es kommt entscheidend auf die Medikamente an  
  
Heilen lasse sich die Krankheit indes bis heute nicht. „Durch die Aufklärung in der Gesellschaft und nicht zuletzt durch die gute Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Rheuma- 
Liga gehen die Betroffenen heute früher zum Arzt. Das Zeitfenster vom Symptombeginn 
bis zur Diagnosestellung ist schon kürzer geworden. Wir wollen aber noch besser werden.“ 
Auf der sicheren Seite sind Betroffene also nach einer eingehenden medizinischen 
Untersuchung. Er rät dazu, sich an einen internistischen Rheumatologen bzw. an die Ambulanz der nächstgelegenen Rheumaklinik zu wenden. „Im Labor fallen bei Betroffenen hohe Entzündungswerte im Blut auf“, ergänzt Diethard Kaufmann. „Diese sogenannten Immunfaktoren signalisieren uns die Veranlagung für Rheuma. Es gibt sie auch bei Gesunden, aber Rheumatiker besitzen sie gehäuft.“   
  
Bei Rheuma kommt es laut Kaufmann ganz entscheidend auf die Medikamente an. „Es gibt sie seit einigen Jahrzehnten“, berichtet er. „Fahrt aufgenommen hat die Forschung seit der Jahrtausendwende, vor allem mit den sogenannten Biologika, das sind gentechnisch hergestellte, sehr selektiv wirkende Immundämpfer.“ Im vergangenen Jahr sei eine neue Wirkstoffgruppe („small molecules“) zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis zugelassen worden, die sehr effektiv sei bei der Behandlung der Symptome. Kann man den Krankheitsverlauf auch durch den Lebenswandel beeinflussen? Ja, sagt Kaufmann, in einem gewissen Maße sei das möglich. „Verhindern kann man die Krankheit damit aber nicht“, meint der Facharzt. Außer Frage steht: Bewegung tut gut. Viele Sportarten und Tanzen kommen dafür infrage. „Man sollte allerdings Erschütterungssportarten vermeiden. Da ist Schwimmen in jedem Fall besser als Karate“, rät der Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Physikalische Medizin. Risikofaktoren sollten Betroffene meiden.   
  
 
Rauchen verstärkt die Symptome  
  
So verstärke etwa Rauchen Rheuma, und gut sei beraten, wer sich im Fleischund Wurstverzehr etwas mäßige. „Es ist allerdings ein Irrglaube, dass eine entsprechende Diät die Krankheit verhindern und womöglich den Arzt ersetzen könnte.“ Das wissen wohl auch die Krankenkassen. Man hört, dass Rheuma-Medikamente teuer sind. „Sehr teuer sogar“, ergänzt Kaufmann. „Aber es steckt auch viel Entwicklung drin“. Auf die gute medikamentöse Einstellung komme es an, meint der Arzt. In der Einstellungsphase sucht der Patient den Arzt etwa vierwöchentlich auf. „Später alle paar Monate. Ein gutes Medikament verhindert die Behinderung des Patienten und Arbeitszeit-Ausfälle und sicher auch die Frühberentung.“ Wer also die oben beschriebenen Symptome bei sich feststellt, sollte rasch 
den Arzt aufsuchen. „Unser Ziel ist dabei, dass Rheumatiker ein ganz normales Alltagsleben 
haben.“  
  
 
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Artikel aus Siegener Zeitung v. 20.10.2017;PDF-Version ca. 600 KB 
  
  
Artikel aus: Siegener Zeitung vom 20.10.2017  
  
Veröffentlicht am: 04.12.2017  /  News-Bereich: Über uns
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